Walden G2070
(June 2007)
From Germany's Akustik Gitarre magazine. English translation coming soon. More on the G2070.
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Die Firma Walden Guitars wurde 1995 von P.W. Chen in Nordchina gegründet. Die Instrumente aus der chinesischen Kleinstadt Lilan finden im unteren und mittleren Preisbereich Beachtung. Mit der SupraNatura-Reihe bekommt man Instrumente, die konzeptionell auf Naturmaterialien setzen und bei zurükhaltendem Design klanglich auf den Punkt kommen sollen.
Das Etikett im Schallloch trägt den schmückenden Aufdruck ,Designed in the USA', was auf der Kooperation mit der amerikinischen Firma CFox Guitars beruht. Die SupraNatura ist Waldens Toplinie, dabei konzentriert man sich auf die Grand-Auditorium-Form in verschiedenen Ausführungen. User Testmodell stammt aus der 2000er- Reihe, die im repräsentativen Mittelfeld angesiedelt ist.
Fangen wir an mit der Materialauswahl der vollmassiven G2070: Hier fällt die gleichmäßig fein gemaserte Rotzederdecke auf, das kreuzbeleistete Kernstück der Klangbildung. Für Korpus und Hals wurde afrikanisches Mahogoni verwendet; hier ist das Material etwas gröber, was durch die rotbraune Beize optisch geschickt kaschiert wurde und klanglich kaum ins Gewicht fallen dürfte. Das Furnier der zierlichen, etwas spitz zulaufenden Kopfplatte mit Perlmutlogo besteht wie das Griffbrett aus Palisander. Der leicht geschwungene Steg aus gleichem Material setzt einen weiteren optischen Akzent und bestimmt zusammen mit der Kopfplatte das Erscheinungsbild. Korrespondierend wurde für die Echtholz-Korpuseinfassungen neben Zierspänen auch Palisander eingesetzt und die Holzrosette dezent mit Zierspänen gestaltet. Abgerundet wird das Ganze durch vergoldete Mechaniken mit braunen Periodknöpfen und End- und Stegpins aus Palisander.
Das Finish ist eine seidenmatte Nitrolackierung, die am Hals ein angenehm glattes, holziges Gefühl vermittelt. Eine Materialbesonderheit: Der geschraubte Hals hat eine Stabilisierung aus Karbon, was eine schlankere Form ermöglicht, ohne dass die Stabilität gefährdet wäre. Natürlich gibt es auch einen Einstellstab, sogar einen Bi-Flex, mit dem die Halskrümmung vom Schallloch aus in beide Richtungen korrigiert werden kann. Weitere durchdachte Details zeigen eine solide, saubere Verabeitung, zum Beispiel die akkurat eingesetzten Bünde und einen exakt abgestimmter Sattel, der wie die kompensierte Stegeinlage aus Knochen besteht. Die Walden G2070 hält auch bei der Spiegelinspektion des Innenlebens souverän der Überprüfung stand.
HANDHABUNG UND
KLANG
Eine Grand Auditorium möchte
spieltechnisch gern mit Fingerstyle-
und Picking-Techniken bearbeitet werden.
Das Instrument überzeugt bei leichter
Ansprache mit einem runden, weichen Ton.
Das ausgeglichene Klangbild inspiriert
zu keltisch angehauchter Spielweise,
wobei das Sustain eine angenehm tragende
Rolle spielt. Hier hilft auch die Kombination
von Zederndecke und Mahagonikorpus, ein
Klassiker, wenn ein warmes transparentes
Klangbild mit runden Mitten und zurückhaltenden
Bässen gewünscht ist. So kann
die Walden G2070 auch offene Stimmungen
ohne störende Resonanzen verarbeiten.
Mit dem Plektrum erzielt man bei sensibler Spieltechnik einen luftig-weichen, perkussiven Sound, bei dem sich so mancher Singer-Songewriter gut aufgehoben fühlen dürfte. Komplexe Harmonien trennt die Gitarrre nicht allzu scharf, und auch spieltechnische Nuancen werden nicht in allen Feinheiten abgebildet. Dafür reagiert die Walden gutmütig auf kleine Unsauberkeiten. Gitarristen, die gerne beherzt zulangen, sollten einen Gang zurückschalten: Dafür ist diese Gitarre nicht konzipiert und würde übersteuern. Del schlanke Hals mit mittelbreitem Griffbrett liegt Dank sauberer Werkseinstellung gut in der Hand, wobei die Bünde für manche Spieltechniken gerne höher sein dürften.
FAZIT
Die G2070 Grand Auditorium bestätigt,
dass bei Walden Wert gelegt wird auf
alle wesentlichen Details, die Klang
und Verarbeitung prägen. Viel Erfahrung
fundiertes Wissen ermöglichen hier
durch präzise moderne Produktionstechnik
einen grundsoliden Fertigungs-standard,
der angesichts des erschwinglichen Preises überzeugen
kann. Wer sich momentan für ein
vollmassives Instrument der unteren Mittelklasse
(700 bis 1000 Euro) interessiert, sollte
die Walden SuptraNaturas antesten. Neben
der sauberen Bauweise und dem definierten
Klang fallen auch weitere Dinge ins Gewicht:
der mitgelieferte Luxuskoffer inklusive
Gurt und Luftbefeuchter von Planet Waves
sowie die Werksbestückung mit beschichteten
D'Addario-Saiten.
